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Blogmunich

subjektiv und ungerecht

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Bureau Mirko Borsche und Aaber Artspace. Kunst, Comic oder Design?

Posted Freitag, Januar 13th, 2012
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Es ist zweifelsfrei ein Ritterschlag für Mirko Borsche und sein Designbureau, dass er nun in der Pinakothek der Moderne hängt. Der überaus bescheidene Künstler/Designer hatte seine Arbeiten für die Ausstellung “einfach” noch einmal neu gemalt, also analog, oder eben auch “unplugged” ausgestellt. “Vielleicht so 50 Leute” hatte Mirko Borsche erwartet, es kamen aber mindestens 300 oder sogar mehr. Welch ein rauschender Erfolg. Die prägnanten Reden von Zeitmagazin Chefredakteur Christoph Amend und vom Sammlungsdirektor Prof. Dr. Florian Hufnagel waren kurz genug und die Publikumsspreu trennte sich sofort danach vom Weizen: Wer nämlich zuerst zur Sammlung raste, konnte sich einen Platz vor den vielen Werken in dem engen Raum sichern. Wer aber zuerst zum Wein stürzte (so wie Blogmunich natürlich, kulturbanausig wie gewohnt), der musste zuerst austrinken, bevor er dann ohne Glas vorgelassen wurde. Angst vor Anschlägen? Dazu gäbe es an sich keinen Grund! Gratulation an das Bureau für diesen gelungenen Auftakt!


Teil zwei des Abends: Jim Avignon And Friends im Aber Artspace in der Kaiserstr. 14
Junge, hippe, schöne, wichtig blickende Menschen, eine Bar und natürlich ein DJ! Der spielte – na klar – Retro, also Musik, während deren Entstehungszeit er selbst noch mit der Trompete unter dem Weihnachtsbaum herumlief. Also gute Musik. Leider kam wegen der gefühlten 20 millionen Lux keine rechte Stimmung auf, aber eine Galerie im Dunklen geht irgendwie auch nicht….
Mehrere Räume beherbergten teilweise sehr originelle Werke (beispielsweise Mia Gideons Fotocollagen aus Sao Paulo-, Berlin- und Kairo-Stadtfotos). Jim Avignons Groszsche Comic-Epen, Fehmi Baumbachs Bastelarbeiten und Lea Heinrichs Zeichnungen kompettierten das Ganze. Auch Unverständliches war zu bestaunen. Beispielsweise die beiden gezeichneten Pfadfinder Rojo und Pictoplasma von Juju Delivery mit ihren Röntgenstrahlenaugen. Sie erinnern an die “Duck & Cover”-Warnfilmchen vor Atomanschlägen aus den 50er Jahren.

So, genug in die Nesseln gesetzt, schließlich ist das anerkannte, junge, hippe, schöne, wichtige Kunst und wir nur alte Säcke, die den Schuss nicht gehört haben und immer noch auf Gerhard Richter stehen! In diesem Sinne: “Duck & Cover!”

Wiede, Herkulessaal, offene Ateliers – voll im Kunststress, ey

Posted Dienstag, Juli 12th, 2011
Posted in Fotos, Kunst, Locations, Musik, Vernissage | Kommentare deaktiviert

So als bildungsbürgerzermürbter Gschaftlhuber, Wichtelmeier und Heißluftschwader hatten wir dieses Wochenende alle Hände voll zu tun. Die Wiedefabrik zeigte die immer wieder faszinierenden Künstler, die Kundstfreund Wiede in seinen gloriosen Hallen um sich schart. Beispielsweise die Künstlerin Elli Hurst, deren zauberzarte Miniwelten aus Fotos und Malerei wie ein kleiner Erholungsurlaub mit Sauerstoffdusche wirken. Dazu die beeindruckend elegischen Landschaften von Valseka von Brase und Herr HC Ohl mit seinen digitalen Bildstakkati namens “beschleunigte Evolution”. Und obwohl wir uns GESCHWOREN hatten, GESCHWOREN – diesmal nichts über Frank Schulz zu schreiben, weil das langsam ZU subjektiv und ungerecht wird, kamen wir an den Manni-Puppen im Bierkasten nicht vorbei:

Schulz

Ohl

Hurst

Brase

Im Karrée, dem gefühlten Schwabing, verzauberte uns am allermeisten das Wohn-Atelier von Margarethe Fritz-Herrmann in der Adalbertstr. 55. Nicht nur, weil die Atelierwohnungen so fantastische auf die Bedürfnisse von Malern gebaut wurden, früher, als die Architekten noch nicht von der Leblose-Beton-Stahl-Schuhschachtel-Seuche gehirnerweicht wurden.

Sondern auch weil ihre großformatigen, beachtlichen und außergewöhnlichen Farb-Abstaktionen besonders schön in Ihrer Wohnung wirken, denn diese ist auch ein künstlerisches Gesamtkunstwerk. Man möchte am Liebsten Wohnblogger theSelby durchschicken. Weil der aber bei Karl Feldlager oder sonstwo eingespannt war, mussten wir eben selber fotografieren.

Und zum Abschluss des Sonntags gab’s – neben dem allabendlichen Regen, der München nun jeden Sommer täglich heimsucht –  im Herkulessaal ein spannendes Konzert mit symphonischen Transkriptionen bekannter Werke von brahms, Bach oder Händel. Besonders erwähnenswert: Die Arbeiten des Modern String Quartett, die – gemeinsam mit dem Patent Orchester München – auch Eigenes, wie Winfried Zrenners Bearbeitung des Erlkönig oder die Komponsition “What you hear is what you get” von Andreas Höricht zum Besten gaben. Wirklich zum Besten!

Viel zu spät, viel zu spät! Aber doch:

Es war wieder SUPERTOLL in der Wiedefabrik! Danke Herr Wiede und all die wunderbaren Künstler und Musiker! Am Besten wie immer die witzigen Arbeiten von Frank Schulz, aber auch die extrem lustigen Bilder von Carl-H1 Daxl, die Traumwelten in den Miniaturen von Elli Hurst, die eindrucksvollen mehrschichtigen Arbeiten von Claudia Grögler und das verrückte Zusammenspiel von Raum (altes Gaswerk) und den weiten, ruhigen Landschaftsbildern von Valeska von Brase. Und das Zusammenspiel von Anton Groiss Grünem Veltliner mit meinem Sprachzentrum….

Daxls Universum:

Und die Party beim Milan Mihailovic:

Dienstag, 15.2.: Die neue Literaturshow Lit-Night in Holger Strombergs KUTCHiiN mit
Dominik Prantl und Jochen Temsch (“Reisebuch”, SZ), Chin Meyer (“Ohne Miese durch die Krise”) und Rita Falk (“Winterkartoffelknödel”) um 20 Uhr. (Balanstr. 72, Haus 32)

Mittwoch, 16.2.: Entspannen und Essen bei wunderschöner griechischer Livemusik im Restaurant Nefeli, Berger-Kreuz-Str. 26: Da werden Erinnerungen ans alte Kytaro wach, nur dass die Küche deutlich besser ist!

Donnerstag, 17.2.: Klassik im Club, und zwar im Bob Bearman, Gabelsbergerstr. 4. mit Julia Barthel (Viola) und José Gallardo (Klavier), dj: dan-thanh.
OOOOOOder in der Jazzbar Vogler die Lesung von Tobias Haberl: “Wie ich mal rot wurde” über seinen spektakulären, gefährlichen, durch nichts an Tapferkeit zu überbietenden Selbstversuch, aktives Mitglied der Partei DIE LINKE zu sein. Und das nicht nur eine Stunde, meine Damen und Herren, nein, ein ganzes JAHR lang. Wie er das überlebte? Wir werden es erfahren. Michaela Schwab spült das Entsetzen danach mit ihrem flüssigen Klavierspiel und wir mit ein paar Halben weg.

Freitag, 18.2.: Kunstaustellung: Move. Kunst und Tanz seit den 60ern
Haus der Kunst,von 10 bis 20:00 Uhr. Ich freu mich schon aufs Kraxeln und Gorillakostüm anziehen und Leute verhauen!

Samssssag – hick – finess sspirit, whissgi and barfessssival in der sständlerstr. 20 im MVV-Mussseum – Prosssd

Wer wissen will, warum Marihuana-Diäten nicht funktionieren und wie sich Steven Uhly seiner ersten Freundin mittels besserer Abiturnoten entledigt hat, dem sei wärmstens sein Buch “Mein Leben in Aspik” empfohlen. Im interessanten Kunst-Vereinsheim von Annapril in der Hildegardstr. 2 (gegenüber vom blauen Haus der Kammerspiele) lachte das Publikum herzlich ob der schrägen Jugend des Autors bzw Protagonisten, freute sich später an den besinnlichen Klängen des Trios “Baby Lamonade” mit Ulrich Bassenge, Bastian Jütte (Jünge, wenn du deine zweifelsfrei zauberhaften Songs weiter selbst singen willst, lern englisch!) und Azhar Kamal. UND am kalten Augustiner – leider wieder mal nur in Babyfläschchen, dafür aber für erwachsene drei Euro. Kunst mir mal drei Euro leihen?

Was macht der Mann im weißen Hemd hier? Im Annapril trägt man SCHWARZ!!!


Die wunderbaren Zauberbilder, unter denen wir hier von Blogmunich im gemeinsamen Atelier “Sonnendeck” in der Neureutherstraße 19 stets hochinspiriert arbeiten dürfen, werden aus unseren Herzen oder zumindest Blicken gerissen! Verlust! Schmerz! Analer Charakter!
Wenigstens reisen sie nicht weit, sondern nur bis zum coolsten Optiker der Stadt, Martin Bussmann nämlich, nebenberuflich langmähniger Gitarrero der Hamperer, weil der sie auch mal gerne in seiner Nähe hätte. Verständlicherweise. Und weil die überdimensionierten Leinwände, Dibond-Flächen und die Brillen, mit denen man die Bilder noch besser sehen kann, und Göpners surrealistisch-humoristische Phantasiewelten gar so schön sind, das Wetter dafür aber so beschissen, basteln Göpner und Bussmann eine zünftige Hüttenparty um den Optik-Genuss herum. Wird bestimmt lustig! Brettljause, Glühwein, Holz und VW-Bus vor der Hüttn…. 20.11.2010,18:00 – 21:00 h, Diefenbachstr. 47 in Solln, bei nina@sonnendeck.fm anmelden.

Und hier die Vorab-Rezi von BIldschönrednerin und Schwafelweltmeisterin Kati Hofacker

Der Künstler Christoph Göpner und seine Sonnendeck-Bilder

Zeichnung, Malerei, Öl, Aquarell und Acryl, Grafik, Objekte und Konzeptkunst: Der vielseitige Künstler und Grafiker Christoph Göpner (42) hat in mancherlei Genres geglänzt. Seit 2009 ist er bei einem Kunstsektor gelandet, den man als „Münchener Schule des Fantastischen Pragmatismus“ bezeichnen könnte:
Freudsche, bildgewaltige Traum- und Albtraumwelten werden humorvoll aufgebrochen durch paradoxe Bezüge zu sachlichen Gegenständen des materiellen Alltags. Ein versenkter VW-Bus blubbert in einer irreal wabernden Tiefseewelt. Derselbe Bus schwebt an einer an Jules Verne erinnernden, technoid-nostalgischen und detailverliebten Technikvision eines Zeppelins.
Es ist die subversive Distanz zum Dasein, das Spiel zwischen Realismus und Surrealismus und die Ambivalenz zwischen ursprünglicher Natur und Digitalwelt 2.0, die Göpners Gemälde und Drucke so eindrucksvoll machen. Bis hinein in die materielle Umsetzung zieht sich diese Kunst gewordene „Paradoxe Intervention“ : klassische, analoge und nach Wachs duftende Holzrahmen und Leinwand treffen auf Computeranimation und Dibond.
Göpners evidente Umsetzung seiner durch die Linse des Romantikers, des Kenners kulturepochaler Sichtweisen beobachteten Natur- und Gesellschafts-Erscheinungen zeigen ihn als Wandelnden in beiderlei Bedeutung: Als Wandelnder, als einfühlsamer Spaziergänger zwischen Natur und Fantasie. Und als Ver-Wandelnder, als ein Neugestalter seiner zusammengetragenen Eindrücke und Fundsstücke aus Setzkästen, Sammelalben, Herbarien, Bildatlanten und alten Landkarten. Göpner ist ein Architekt der Träume, der kleinen Fluchten, die den genüsslich betrachtenden Schlafwandler mittels augenzwinkernder, zweideutiger Hinweise zurück ins Hier und Jetzt bugsieren. Stets ist man sich in seinen sinnlichen, verzauberten und überbordend ausgestatteten Naturbildern des Strands unter dem Pflaster bewusst, des rhizomierenden utopischen Wuzelgewebes hinter und unter der Realität und dem Bewusstsein.
Leider haben die Worte „Fallhöhe“ und „Vergänglichkeit“, die in jede anständige Kunstrezension gehören, hier keine Verwendung gefunden. Hier fällt keiner. Hier schwebt man. Gänzlich unvergänglich, ewig, ein Teil der Natur, des Universums.
Das nächsten Mal wieder.

(Vorab-Rezension der Ausstellung am 20.11.2010 von kati hofacker in www.blogmunich.net)