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Blogmunich

subjektiv und ungerecht

Archive for the ‘Text’ Category

Hey, Münchner Wetter!

Posted Mittwoch, Juni 16th, 2010
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Wenn Du so weitermachst, dann zieh’ ich nach Berlin!
Noch vor drei Tagen warfen brave Arbeitnehmerinnen nach Feierabend unbedarft und euphorisch ihre Oberbekleidung ab, um in Unterwäsche die warmen Sonnenstrahlen und die kühlende Isar-Gischt zu genießen.

Und heute?

Web 70.0

Posted Dienstag, Juni 8th, 2010
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Gestern beim Griechen. Gemischter Tisch mit mehreren Generationen. Die Hälfte um die 40, die andere um die 70. Frau mit Pferdeschwanz, etwas über 40, verabschiedet sich. Die Geküsste: Typ pensionierte Bäckereiverkäuferin über 70. Sie hält Pferdeschwanz an der Hand und sagt: “Wir sehen uns ja auf dem Sommerfest” – Pferdeschwanz: “Welches Sommerfest?” – Bäckerei: “Das hab ich dir doch gemailt!” Pferdeschwanz: “Hach, Computer, (kicher, jungmädchenhaft blödstell) das kann ich nicht, das machen bei uns nur die Kinder!” Bäckerei: “Dann lass dir von deinen Kindern gefälligst mal erklären, wie du deine Mails lesen kannst!” 


Hab ich euch schon gesagt, dass ich über 40 bin? Solche Szenen lassen mich hoffen… (kati)

Liebes Michaelibad

Posted Sonntag, Juni 6th, 2010
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Liebes Michelibad!
Obwohl wir fast einen Kilometer von Dir weg wohnen, ist es immer wieder spannend, dank Deiner komplett falsch ausgerichteten Boxen alle Deine Durchsagen mitfiebernd verfolgen zu dürfen.
So wie diese eben gerade: “Achtong!!! Achtong!!! Der kleine Heinz-Kevin sucht seine Mutti! Er trägt eine karierte Badehose und ist am Bademeisterhäuschen abzuholen.”
Deswegen – und wegen der tollen 30-Euro-Zinkbadewanne vom Felix –  brauche ich mich gar nicht mehr zwischen eingecremte Leiber und brüllende, mütterlose Heinz-Kevins in karierten Badehosen zu quetschen.
Ich habe jetzt im eigene Garten “my own private Michaelibad”.
Dafür danke ich Dir!
Deine Kati

Normalerweise sind es eher die Frauen, die in Extreme verfallen, aber sobald es um das Thema Kochen geht, dreht sich der Spieß um. Bei der Nahrungszubereitung kann ganz offensichtlich kein Mann er selbst bleiben, pragmatisch, praktisch, gut. Stattdessen liefert er entweder eine oscarreife Koch-Show, ein Mälzersches Nahrungsmittelgemetzel oder ein Totalfiasko – wenn Männer damit drohen, das Essen zu machen, steigt der Unterhaltungswert des Abends oft ungemein.
Neulich waren wir zu Andis Geburtstagsessen eingeladen. Es gab – wie jedes Jahr – Huhn in Zitronensoße. Er kann überhaupt nur Huhn in Zitronensoße, und das kocht er nur einmal jährlich. Seine blinkende, blitzende High-Tech-Küche in Chrom und Stahl aber lässt die Zentrale der Nasa dagegen wie eine 50er-Jahre-Tanzdiele aussehen! Und war in etwa genauso teuer. Wie die Nasa-Zentrale. Nicht wie die Tanzdiele.
Andi besitzt sogar eine Reihe von Küchengeräten, deren Funktion und Zweck sich niemandem erschließen, am allerwenigsten Andi selbst. Wie Andi also in seiner silbernen Techno-Küche wirbelte, erwarteten wir eigentlich, dass er sein jährliches Zitronenhuhn als Astronautennahrung in Tuben serviert. Stattdessen schmeckte es wie immer.
Auch Paul ist ein Hobbykoch, und zwar einer, der Publikum braucht. Das, was am Ende seiner sechsstündigen Menü-Show herauskommt ist zwar extrem lecker, die Küche aber sieht danach so zerstört aus, dass das Problem schon eher von einer Trümmer- als von einer Putzfrau gelöst werden muss. Da er keine von beiden beschäftigt, bleibt das Chaos wie stets an seiner Freundin hängen. Deren miesgelauntes Gesicht sich manchen Gästen erst nach Pauls Küchendetonation erschließt.
Fernsehköche scheinen die Vorbilder der kochenden Männerwelt zu sein, und Pauls Freundin sollte die Facebokgruppe „Ich hasse TV-Köche“ gründen. Ich werde das erste Mitglied sein! Werner, über 40,  orientiert sich an Bioleks „das hab ich schon mal vorbereitet“. Und so schimmeln oder dörren die vorgeschnippselten Inhaltsstoffe seiner Gerichte bereits Tage vorher erwartungsfreudig ihrem Einsatz entgegen. Tonio kippt laut kommentierend in JEDES Gericht JEDES Gewürz, das er besitzt, und das sind in etwa 200. Und Martin kennt keinerlei Kräuter oder Würzmittel, er kocht beeindruckende Geschmacksexplosionen wie „Zucchinischeiben in Wasser ohne Salz“, geriert sich dabei aber kameratauglich wie Zacherl live und in Farbe. Tims Essen klingt Pulitzerpreis-verdächig und vor allem viel besser, als es schmeckt, „Saucisson en brioche“ entpuppte sich als stinknormaler Hotdog und „Fromage de chèvre grillé sur pain“ war nichts anderes als ein Käsetoast.
Der andere Extremtyp dagegen macht sich nicht weniger Feinde: Sven kann keine Nudel kochen, ohne das Wasser anbrennen zu lassen. Seine Alternative – Schmalz auf Knäckebrot –  fällt dann deswegen aus, weil er A) das Schmalz vergessen und oder B) beim Schmieren die knusprige Knäcke in ihre atomaren Bestandteile zermalmt. Bernhard kocht die Erbsensuppe aus der Tüte so ergiebig, dass man durch die ca. 20 Liter Suppe (auf eine Packung) den Topfboden sieht. Den Vogel aber schoss Philip ab. Seine Frau Evi kocht sehr gut. Philip verkündete, das wäre doch keine Kunst und wollte erstmals selbst etwas zaubern. Er verbarrikadierte sich vier Stunden lang und kam mit perfekten Rouladen, Knödeln und Blaukraut aus der blitzsauberen Küche. Er stiegt in der Hochachtung seiner Frau ins Unermessliche, bis sie im Müll die Take-Away-Aluschalen und die Rouladen-Rechnung des Restaurants von gegenüber fand. Was er ahnte: Auch Kochen muss man lernen. Dieses Können geht nicht durch das Anschauen von Kochsendungen via Osmose in den genetischen Code ein. Natürlich gibt es auch Männer, die gut, chaosfrei und leise kochen. Aber – mal ehrlich – man muss sie für das, was Millionen von Frauen als Selbstverständlichkeit erledigen, über die Maßen loben. Jubilieren, frohlocken und „mmmmh“ schwärmen, als ob sie das 8. Weltwunder erschaffen hätten, sonst sind sie richtig beleidigt. Am Liebsten sind mir persönlich die, die kochen lassen. Und zwar den Koch in meinem Lieblingsrestaurant (kati, foto: pixelio)