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Blogmunich

subjektiv und ungerecht

Archive for Mai, 2010

Normalerweise sind es eher die Frauen, die in Extreme verfallen, aber sobald es um das Thema Kochen geht, dreht sich der Spieß um. Bei der Nahrungszubereitung kann ganz offensichtlich kein Mann er selbst bleiben, pragmatisch, praktisch, gut. Stattdessen liefert er entweder eine oscarreife Koch-Show, ein Mälzersches Nahrungsmittelgemetzel oder ein Totalfiasko – wenn Männer damit drohen, das Essen zu machen, steigt der Unterhaltungswert des Abends oft ungemein.
Neulich waren wir zu Andis Geburtstagsessen eingeladen. Es gab – wie jedes Jahr – Huhn in Zitronensoße. Er kann überhaupt nur Huhn in Zitronensoße, und das kocht er nur einmal jährlich. Seine blinkende, blitzende High-Tech-Küche in Chrom und Stahl aber lässt die Zentrale der Nasa dagegen wie eine 50er-Jahre-Tanzdiele aussehen! Und war in etwa genauso teuer. Wie die Nasa-Zentrale. Nicht wie die Tanzdiele.
Andi besitzt sogar eine Reihe von Küchengeräten, deren Funktion und Zweck sich niemandem erschließen, am allerwenigsten Andi selbst. Wie Andi also in seiner silbernen Techno-Küche wirbelte, erwarteten wir eigentlich, dass er sein jährliches Zitronenhuhn als Astronautennahrung in Tuben serviert. Stattdessen schmeckte es wie immer.
Auch Paul ist ein Hobbykoch, und zwar einer, der Publikum braucht. Das, was am Ende seiner sechsstündigen Menü-Show herauskommt ist zwar extrem lecker, die Küche aber sieht danach so zerstört aus, dass das Problem schon eher von einer Trümmer- als von einer Putzfrau gelöst werden muss. Da er keine von beiden beschäftigt, bleibt das Chaos wie stets an seiner Freundin hängen. Deren miesgelauntes Gesicht sich manchen Gästen erst nach Pauls Küchendetonation erschließt.
Fernsehköche scheinen die Vorbilder der kochenden Männerwelt zu sein, und Pauls Freundin sollte die Facebokgruppe „Ich hasse TV-Köche“ gründen. Ich werde das erste Mitglied sein! Werner, über 40,  orientiert sich an Bioleks „das hab ich schon mal vorbereitet“. Und so schimmeln oder dörren die vorgeschnippselten Inhaltsstoffe seiner Gerichte bereits Tage vorher erwartungsfreudig ihrem Einsatz entgegen. Tonio kippt laut kommentierend in JEDES Gericht JEDES Gewürz, das er besitzt, und das sind in etwa 200. Und Martin kennt keinerlei Kräuter oder Würzmittel, er kocht beeindruckende Geschmacksexplosionen wie „Zucchinischeiben in Wasser ohne Salz“, geriert sich dabei aber kameratauglich wie Zacherl live und in Farbe. Tims Essen klingt Pulitzerpreis-verdächig und vor allem viel besser, als es schmeckt, „Saucisson en brioche“ entpuppte sich als stinknormaler Hotdog und „Fromage de chèvre grillé sur pain“ war nichts anderes als ein Käsetoast.
Der andere Extremtyp dagegen macht sich nicht weniger Feinde: Sven kann keine Nudel kochen, ohne das Wasser anbrennen zu lassen. Seine Alternative – Schmalz auf Knäckebrot –  fällt dann deswegen aus, weil er A) das Schmalz vergessen und oder B) beim Schmieren die knusprige Knäcke in ihre atomaren Bestandteile zermalmt. Bernhard kocht die Erbsensuppe aus der Tüte so ergiebig, dass man durch die ca. 20 Liter Suppe (auf eine Packung) den Topfboden sieht. Den Vogel aber schoss Philip ab. Seine Frau Evi kocht sehr gut. Philip verkündete, das wäre doch keine Kunst und wollte erstmals selbst etwas zaubern. Er verbarrikadierte sich vier Stunden lang und kam mit perfekten Rouladen, Knödeln und Blaukraut aus der blitzsauberen Küche. Er stiegt in der Hochachtung seiner Frau ins Unermessliche, bis sie im Müll die Take-Away-Aluschalen und die Rouladen-Rechnung des Restaurants von gegenüber fand. Was er ahnte: Auch Kochen muss man lernen. Dieses Können geht nicht durch das Anschauen von Kochsendungen via Osmose in den genetischen Code ein. Natürlich gibt es auch Männer, die gut, chaosfrei und leise kochen. Aber – mal ehrlich – man muss sie für das, was Millionen von Frauen als Selbstverständlichkeit erledigen, über die Maßen loben. Jubilieren, frohlocken und „mmmmh“ schwärmen, als ob sie das 8. Weltwunder erschaffen hätten, sonst sind sie richtig beleidigt. Am Liebsten sind mir persönlich die, die kochen lassen. Und zwar den Koch in meinem Lieblingsrestaurant (kati, foto: pixelio)


Heute gesehen auf der Dienerstr – “The Sax I Like” eine geniale Straßenmusikantenkapelle. Nicht zu hören: Die feine, an US-3 angelehnte Version von “Cantaloop”, die sie gerade spielen! Junge, wie hast du das Klavier dahin bekommen?

Und hier (u.): Jetzt geht auch noch ein swingender Afro-äh-weißnicht vorbei. Ich fühl mich wie in Manhattan! (kati)

Münchens neuester Hype – Hamperer

Posted Montag, Mai 10th, 2010
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Neuer Hype gefällig? Hier ist er! Und dann auch noch aus München –

Rrrrrrrrrrrrrrr (Trommelwirbel)
Hamperer!
Was die beiden Brüder Martin (der mit Matte) und Andreas (der ohne) Bussmann mit ihren vier Musikantenkollegen an Bass, Saxofon, Drums und Keyboard so hinlegen, spannt einen weeeeeiten, weiten Bogen zwischen Jazz, Rock, Irgendwascore und funky Chili-Peppers-Beats. Dazu singen sie bayerisch, hochdeutsch und englisch, sie covern, erfinden und neudefinieren Altes und Neues und präsentieren das Ganze dann mit granatigem, krachertem und mitreißendem Körpereinsatz irgendwo zwischen Metal, Rentnerkapelle, Kasperletheater, Flatz-Performanece und schrillem Cabaret.
Unser spontanes Angebot, internationale Verträge, lebenslanges Gratis-Management und eine weltweite Kampagne zur Berühmtmachung der Hamperer zu organisieren wurde mit dem lapidaren Hinweis abgeschmettert, dass die Band ja gar nicht berühmt werden WILL!
Aaargh!
Na, umso besser, können wir beim nächsten Konzert mangels moshender Massen wieder ohne größere Verletzungen in der ersten Reihe stehen!!! (kati

Dog’s Breakfast rocken den Mai

Posted Montag, Mai 3rd, 2010
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Wer am Samstag, den 8. Mai 2010 Schwierigkeiten mit der Freizeitgestaltung hat, weil er Party machen möchte, den Altersschnitt eines normalen Clubs aber schon als Einzelheinz um satte 20 Jahre nach oben schnellen lässt, dem sei das Konzert von Dog’s Breakfast wärmstens ans Herz gelegt! Die rüstigen Nachwuchsrentner rocken seit nun fast 40 Jahren das Haus: von Blues über Soul bis Rock ‘n Roll. Sie singen siebenstimmig und das auch noch ganz famos und das singende Brüderpaar Pü und Jo Winstel harmonieren in ihren Dienstmädchenterzen so lieblich, dass es dem Maienschwärmer warm ums Herz und um Muskelgruppen wird, die er beim Tanzen unweigerlich neu entdecken wird. Den passenden Soundtrack zum generationsgerechten Bewegungsspaß bzw. -terror liefert die Band mit ihrem lustigen Befindlichkeits-Song “In Würde altern” auch gleich noch mit.

Der Winstel-Clou: “Männer in Frauenliedern”, sprich: Die Winstel-Brothers wagen sich – auf bayerisch, hochdeutsch, englisch oder auch italienisch, an schwierige Songs heran, die sonst nur Frauen mit hohem Jodel-Potential bewältigen, “Eventually” von Pink, “Not That Kind” von Anastacia oder “Beautiful” von Christina Aguilera. Jaja, stimmt schon, doofer Top-40-Stoff, dieser aber passt sich hervorragend in die handverlesenen Klassiker und Eigenwerke ein. Hansastr. 39, Orange House! Check: http://www.myspace.com/dogsbreakfastmunich, show_my_gallery2.php, (kati)