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subjektiv und ungerecht

Archive for Juli, 2011

Wiede, Herkulessaal, offene Ateliers – voll im Kunststress, ey

Posted Dienstag, Juli 12th, 2011
Posted in Fotos, Kunst, Locations, Musik, Vernissage | Kommentare deaktiviert

So als bildungsbürgerzermürbter Gschaftlhuber, Wichtelmeier und Heißluftschwader hatten wir dieses Wochenende alle Hände voll zu tun. Die Wiedefabrik zeigte die immer wieder faszinierenden Künstler, die Kundstfreund Wiede in seinen gloriosen Hallen um sich schart. Beispielsweise die Künstlerin Elli Hurst, deren zauberzarte Miniwelten aus Fotos und Malerei wie ein kleiner Erholungsurlaub mit Sauerstoffdusche wirken. Dazu die beeindruckend elegischen Landschaften von Valseka von Brase und Herr HC Ohl mit seinen digitalen Bildstakkati namens “beschleunigte Evolution”. Und obwohl wir uns GESCHWOREN hatten, GESCHWOREN – diesmal nichts über Frank Schulz zu schreiben, weil das langsam ZU subjektiv und ungerecht wird, kamen wir an den Manni-Puppen im Bierkasten nicht vorbei:

Schulz

Ohl

Hurst

Brase

Im Karrée, dem gefühlten Schwabing, verzauberte uns am allermeisten das Wohn-Atelier von Margarethe Fritz-Herrmann in der Adalbertstr. 55. Nicht nur, weil die Atelierwohnungen so fantastische auf die Bedürfnisse von Malern gebaut wurden, früher, als die Architekten noch nicht von der Leblose-Beton-Stahl-Schuhschachtel-Seuche gehirnerweicht wurden.

Sondern auch weil ihre großformatigen, beachtlichen und außergewöhnlichen Farb-Abstaktionen besonders schön in Ihrer Wohnung wirken, denn diese ist auch ein künstlerisches Gesamtkunstwerk. Man möchte am Liebsten Wohnblogger theSelby durchschicken. Weil der aber bei Karl Feldlager oder sonstwo eingespannt war, mussten wir eben selber fotografieren.

Und zum Abschluss des Sonntags gab’s – neben dem allabendlichen Regen, der München nun jeden Sommer täglich heimsucht –  im Herkulessaal ein spannendes Konzert mit symphonischen Transkriptionen bekannter Werke von brahms, Bach oder Händel. Besonders erwähnenswert: Die Arbeiten des Modern String Quartett, die – gemeinsam mit dem Patent Orchester München – auch Eigenes, wie Winfried Zrenners Bearbeitung des Erlkönig oder die Komponsition “What you hear is what you get” von Andreas Höricht zum Besten gaben. Wirklich zum Besten!

Hunde- und Kindererziehung in München

Posted Montag, Juli 11th, 2011
Posted in Aktionen, Allgemein, Münchentrend, Polemik | Kommentare deaktiviert

Vor circa zehn Jahren begann das Phänomen in München. Inzwischen machte es auch als neue Berliner Hassgruppe “knochig, blond, Mutter” in der Literatur wie in Feuilletons die Runde (z.B. “Carlottas Spaß” von Ulrike Draesner). Mütter, die ihr finanziell gesichertes Muttersein zwischen Bioladen und Fitnessstudio als hehren, hohen, kostbaren Auftrag begreifen, der sie in einer Art diplomatischer Immunität vor eventuellem Einfädeln in derzeit gültige moralische Regelwerke schützt. Wobei diplomatisch hier das falsche Wort ist. Mütter, die es stört, wenn SIE mit ihren sportlichen Kinderwagen zum Preis eines Mitteklasseautos DIR in die Hacken fahren.

Mütter, die quasi von Gottes Gnaden darüber erhaben sind, wenn ihre Kinder dem Nachwuchs anderer die Sandschaufel über den Schädel ziehen, sie von der Schaukel schubsen oder beinfach nicht mehr vom unteren Ende einer gut besuchten Rutsche weichen wollen. Väter, die dazu “süüüüß” sagen und es “dufte” finden, dass die Kleinen zwischen Chinesischkurs und Geigenunterricht noch so viel Zeit finden, andere Kinder zu terrorisieren. “Durchsetzen” nennen sie es.

Erzeuger, die sich erst missgelaunt zu einer Reaktion hinreißen lassen, wenn  sie andere Eltern mehrmals darauf hinwiesen, dass schon der halbe Spielplatz Platzwunden hat und sie ihrem Kind doch endlich den Baseballschläger wegnehmen sollen. Folgendes bekommt man dann passiv zu hören: “Jakob (Lara, Sarah, Tobias, Luca, Alexander, Isabella Aurelia, Freija Aline, Torge Manus, Juna, Lotte Sofie, Emma Soley, Arjen, Pia Philine, Benjamin-Leon,  Lena Marie, Noelani) wir haben doch gestern lange darüber diskutiert, dass wir es gar nicht schön finden, wenn du andere Kinder haust!” Pia/ Philine/ Jakob, meist zwei Jahre alt und dem Satz alleine semantisch nicht gewachsen, schaut entsetzt, weint bei Bedarf und schlägt nach ca. fünf Minuten munter weiter.

Aber es wird noch besser! Da ja gerade in München immer weniger blonde dürre Frauen oder Männer unter 55 Jahren Kinder bekommen, kaufen sie sich jetzt Hunde. Es gibt so viele Hunde in München wie nie zuvor. Sie heißen Jakob, Lara, Sarah, Tobias, Luca oder Pia, bekommen Biofleisch aus Schweden und den Platz in Frauchens/Herrchens Bett und Herzen, der an sich für ein Kind gedacht war. Sie terrorisieren völlig erziehungsfrei die Spielplätze, Parks und öffentliche Wiesen wie früher ihre kindlichen Vorgänger und hinterlassen stinkende Würste, die bisher noch sehr wenige ihrer Mamis/Papis wirklich entsorgen (in Schwabing bleibt fast immer die Wurst IN der Tüte liegen). Dazu erfreuen sie die komplette Länge der Isar in München mit andauerndem, nervenzerfetzendem, hundehassevozierendem, Ruhe unmöglich machendem Dauergekläffe und -Gebelle, das so viel heißt wie “Schmeiß mir den Stock in das Wasser”, was aber dank Desinteresse oder Dauergequatsche der Hundemamis/-papis nicht erhört wird. “Mein Hund wird gewaltfrei erzogen” heißt es dann.

Folgendes bekamen wir gestern (passiv) zu hören (Mensch an Hund): “Tobias, wir haben doch gestern lange und ausführlich darüber diskutiert. Ich möchte nicht, dass du dauernd bellst.” Tobias hat ungefähr ebenso viel  verstanden wie der menschliche Namensvetter vor zehn Jahren und er bellt begeistert weiter. Zwischenzeitlich schüttelt er sich lange, stinkend und ausgiebig vor unserem Liegeplatz, klaut dem Nachbarn zur Linken sein Pausenbrot und legt sich auf das Handtuch eines weiteren Badenden. Lächelnd und stolz schaut sein Frauchen/Herrchen ihm zu, im sicheren Wissen, dass wir den Schützling alle so liebreizend und fantastisch finden, wie sie selbst. Bald schon sind fünf oder sechs kläffende, schüttelnde, dauerbellende, geduldszermürbende, schreikrampferzeugende, nervenkrisenbewirkende, hundefängeralstraumberufscheinenlassende, mordfantasienhervorbeschwörende………

Egoismus statt Altruismus! Zu diesem Thema – bald an dieser Stelle – Weitere News über Münchener Fahrradfahrer, Autofahrer, Türvordernasezuschlager, Flaschenzerschmeißer und anderes “gewaltfrei erzogenes” Gewürm.