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subjektiv und ungerecht

Sieht man als Zahnarztfrau wirklich schlanker aus, wenn man SUV fährt?

Posted Freitag, Juli 23rd, 2010
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Liebe SUV-Hersteller, liebe SUV-Fahrer, liebes München!


damals, vor langer Zeit, haben sich Autohersteller dazu entschlossen, riesige Autos zu bauen, die viel viel Sprit schlucken und mit denen man von seiner amerikanischen Vorstadt in die nächste Mall fahren kann. Damit klar ist, dass dieses Vehikel für den Landgebrauch bestimmt ist, hieß es SUV. Sub Urban Van.
Aber dann. Dann kam eine schlimme Zeit.
Zahnarztgattinnen in Bogenhausen entdeckten, dass man die 500 m Weg vom Kinderballett bis zum Tennisplatz viel bequemer fahren kann, wenn wenn man sie im Audi Q 7, BMW X5 oder Porsche Cayenne dorthin kutschiert. Außerdem sieht man neben so einem Riesengefährt gleich viel unbeholfener, kleiner und schlanker aus. Wenn man drinsitzt allerdings ist man “queen of the road”! Schließlich enden unsanfte Begegnungen mit SUVs für Fußgänger zweieinhalb mal so oft tödlich als mit normalen Autos. Auch die Frontschutzgitter erweisen sich als hilfreich, wenn man zwischen dem Käfer und dem Friedensengel aus Versehen einmal in eine Bullenhorde gerät.
Da die Straßen in Bogenhausen – bei beiderseitiger Beparkung zwar zweispurig, aber trotzdem oft nur drei Meter breit sind, diese Damen aber dank einer Art Fremdkörperwahrnehmungsstörung ihre Blechpanzer mit gefühlten fünf Metern Breite einschätzen, steckt nun täglich die eine oder andere Blond(iert)e  Dame völlig hilflos, klein und schlank in Straßen fest, die früher zweispurig waren und nun nicht einmal mehr einspurig sind.
Die Autoindustrie hat auf diese Idiotie schnell reagiert. Aus dem Sub Urban Van wurde das Sport Utility Vehicle, denn Ballett und Tennis sind ja irgendwie auch Sport und der Begriff “Offroader” bekommt angesichts des üblichen Parkens auf Gehwegen auch eine völlig neue, korrekte Dimension…
Einige Städte haben nun aber auch reagiert, trotz massiver Proteste der Zahnarztgattinnengewerkschaft: In Florenz ist das Fahren von Wagen mit Reifendurchmessern über 70 Zentimetern (SUV! SUV! SUV!) verboten, Zürichs Bürger planen eine Eingabe für die SUV-Verbannung, Paris will den Kraftstoffschluckern die Parkerlaubnis im Innenbereich entziehen und Londons Bürgermeister plant, die City-Maut für SUVs zu verdoppeln.
Schau, München, bei denen geht es doch auch!